Havila Voyages – neue Konkurrenz für die Hurtigruten-Postschiffe
Hurtigruten… der Name der Reederei steht fast gleichbedeutend für die ursprünglichen Norwegen-Kreuzfahrten. Die wiederum waren zunächst gar keine Kreuzfahrten, sondern wurden eben treffend auch als Postschiffreisen beworben. Eben weil es die eigentliche Aufgabe der Schiffe war, die Menschen entlang der langen und zerklüfteten Küste Norwegens mit Post und Waren zu versorgen und gegenseitige Besuche zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wurde und wird auch vom norwegischen Staat unterstützt, der dafür Lizenzen vergibt, die lange Zeit fast automatisch an die Hurtigruten-Reederei gingen. Seit 2021 aber gibt es einen neuen Wettbewerber, Havila Voyages, der überraschend ein Drittel der Lizenzen für sich gewinnen konnte. Auch, weil er der Forderung der Regierung entgegenkam und versprach, die klimapolitischen Ziele möglichst schnell zu erreichen, nämlich emmissionsfrei durch die Fjorde zu gleiten.
Dazu wurde vier neue, baugleiche Schiffe geordert (Havila Capella als erstes Schiff, Havila Castor, Havila Polaris und Havila Pollux). Sie verfügen über die weltweit größten Batteriepakete auf Passagierschiffen (6,1 MWh / 86 Tonnen), mit denen sie bis zu 4 Stunden lang völlig emissionsfrei und leise fahren können.
Hier das Hurtigruten-Original mit langer Tradition, dort der moderne Herausforderer? Ist es so einfach? Bleibt es so? Die nächste Lizenzverabe ist für 2030 geplant, bis dahin läuft auch der Wettbewerb der beiden Gesellschaft um möglichst nachhaltige Reise, in den auch Hurtigruten kräftig investiert. Eigentlich auch ein schönes Beispiel für Deutschland, wie man einen Rahmen setzt, den Wettbewerb fördert und dadurch nicht nur moderne Flotten (In Norwegen gleich Infrastruktur) bekommt, sondern auch global vereinbarten Klimazielen näher kommt.
Wie aber unterscheiden sich die Angebote selbst? Hierzu gibt es eine ausführliche Gegenüberstellen auf Skandinavientrips.de,
Für deutsche Gäste hat Hurtigruten sich zuletzt einen kleinen Vorteil erarbeitet: Da Havila ihnen ja Lizenzen abgenommen hat, kann Hurtigruten die „frei gewordenen“ Schiffe anderweitig einsetzen – z.B. für regelmäßige Abfahrten ab Hamburg (zu finden am Ende der Seite). Während Havila eben „nur“ auf der klassischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes unterwegs ist. Da ist die Anreise nach Hamburg im wahrsten Sinne des Wortes naheliegender.
Havila-Reisen in der Übersicht